Blackburn Elizabeth

(21.05.2014) Medizinnobelpreisträgerin Dr. Elizabeth Blackburn von der University of California in San Francisco wird zur Eröffnungsveranstaltung des diesjährigen Jahreskongresses in Halle an der Saale erwartet. Gemeinsam mit zwei Forscherkollegen konnte sie Anfang des Jahrtausends beweisen, dass Chromosomen-Enden von sogenannten Telomeren geschützt werden – ein wichtiger Fakt mit Blick auf den Alterungsprozess des menschlichen Körpers.
Was Sie antreibt den gemeinsamen Gerontologie- und Geriatriekongress zu besuchen, welche neuen Erkenntnisse sie in ihrem Vortrag erörtern wird und warum sich ein persönlicher Austausch immer lohnt, hat Frau Blackburn in einem persönlichen Skype-Interview vorab verraten. Denn Sie freut sich auf den internationalen Austausch und fordert konkret auf: Sprechen Sie mich an!


Frau Dr. Blackburn, haben Sie Angst vor dem Altern?
Nicht so sehr vor dem Altern, mehr vor den Beschwerden im Alter. Die Möglichkeit, dass ich zum Beispiel Alzheimer bekommen könnte, beunruhigt mich. Nicht nur meinetwegen, sondern auch weil es viel Verantwortung und Belastung für die Familien mit sich bringt. Ansonsten finde ich es ganz gut älter zu sein. Ich bin 65. Das macht mir nichts aus und ich fühle mich auch nicht „alt“. Vor nicht allzu langer Zeit war das jedoch für viele Menschen ein sehr hohes Alter, aber unsere Vorstellung von „alt“ hat sich eben geändert.

Alterstraumatologie

(07.05.2014) Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) legt Kliniken, die hochbetagte Traumapatienten betreuen, das Zertifikat „atz – Alterstraumatologisches Zentrum“ nahe. Es stellt die Zusammenarbeit von Geriatrie und Unfallchirurgie mit ihren konkreten Prozessen in den Mittelpunkt, umfasst aber auch pflegerische und weitere therapeutische Aspekte. Die fachlichen Grundlagen für das neue Zertifikat haben DGG, der Bundesverband Geriatrie und die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) gemeinsam erarbeitet.
„Gleichzeitig bedauern wir, dass die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) die Zusammenarbeit für ein gemeinsames Qualitätssiegel aufgegeben hat und nun im Alleingang ihr eigenes nicht mit der Geriatrie abgestimmtes Zertifizierungsverfahren anbietet“, sagt der Präsident der DGG, Prof. Ralf-Joachim Schulz aus Köln.

Neue Lehrstühle

(27.03.2014) „Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen“, zitierte DGG-Präsident Ralf-Joachim Schulz in seiner Antrittsrede 2012 Alt-Bundespräsident Roman Herzog mit Blick auf das Fach Geriatrie. „Und jetzt erleben wir diesen hautnah mit!“, sagt Schulz heute. Denn gleich drei namhafte Universitäten schreiben aktuell W3-Professuren für Geriatrie und Altersmedizin aus: Aachen, Heidelberg und Göttingen. Zwölf weitere Universitäten sind in der Planungsphase.

Umfrage bei Landesärztekammern

(24.03.2014) Wie setzen die einzelnen Landesärztekammern (LÄK) bzw. Bezirksärztekammern das im letzten Jahr durch die Bundesärztekammer (BÄK) verabschiedete „60h-Curriculum Geriatrische Grundversorgung“ um? Ist das Angebot für Hausärzte attraktiv? Stimmen Angebot und Nachfrage überein? Es waren Fragen wie diese, die die DGG Anfang des Jahres zu einer strukturierten Umfrage unter allen 20 Landesärztekammern veranlasste. „Die Kurse sind sehr gefragt“, fasst DGG-Präsident Professor Ralf-Joachim Schulz kurz zusammen.

„Es war sehr wichtig, sich in Punkto 60h-Curriculum ein eigenes und umfassendes Bild machen zu können“, so Schulz weiter. „Allein die Geschäftsstelle erreichen pro Woche mindestens fünf Anfragen niedergelassener Kollegen zu möglichen Angeboten.“

13 der 20 ÄK haben auf die DGG-Anfrage geantwortet. Von diesen 13 wiederum bieten neun Kammern bereits das 60h-Curriculum für Hausärzte an. Eine weitere LÄK plant die Umsetzung noch für 2014, in den drei übrigen wird die Fortbildung vorerst nicht angeboten. In den bisher gelaufenen Kursen nahmen jeweils zwischen 25 und 70 Ärzte und Ärztinnen teil. Meist ist die Zahl der Anmeldungen höher als die Zahl der verfügbaren Plätze.

(04.03.2014) Gleich zwei neue Leitlinien sind im März erschienen: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) veröffentlicht unter Mitarbeit der DGG die S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Geriatrie“. Parallel erscheint die neue S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Neurologie“ unter Mitarbeit der DGG und Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

„Nach 3 Jahren Leitlinienarbeit sind wir stolz auf das Ergebnis der neuen S3-Leitlinien“, sagt PD Dr. Rainer Wirth, Sprecher der DGG-Arbeitsgruppe Ernährung die sich der Leitlinienarbeit verschrieben hat. Um an beiden Leitlinien arbeiten zu können teilte sich die Gruppe sogar auf: So entstand unter der Leitung von Dr. Andreas Leischker die Leitlinie „Klinische Ernährung in der Neurologie“. Unter Leitung von Prof. Dr. Dorothee Volkert, stellvertretende Sprecherin der AG Ernährung, entstand die Leitlinie „Klinische Ernährung in der Geriatrie“.