Anja Kwetkat

(17.01.2018) Wir sind mitten in der kalten Jahreszeit – und damit inmitten der Grippe-Saison. Insbesondere für ältere Menschen bietet sich hier eine spezielle Schutzimpfung an. Die Arbeitsgruppe Impfen der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) rät Hausärzten, sich speziell mit den Impf-Anforderungen dieser Zielgruppen auseinanderzusetzen. „Hausärzte stehen hier häufig vor der Frage, welcher Impfstoff der hilfreichste ist. Das Alter und die Multimorbidität des Patienten spielen dabei eine große Rolle“, sagt Dr. Anja Kwetkat, Chefärztin der Klinik für Geriatrie am Uniklinikum Jena und Leiterin der AG Impfen (Foto). „Zudem wurde gerade von der Ständigen Impfkommission eine neue Influenza-Impf-Empfehlung publiziert.“

Arzt mit Patient

(17.01.2018) Die neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut bringen auch für den geriatrischen Patienten wichtige Änderungen mit sich. So wird ab Februar 2018 gegen die saisonale Influenza ein quadrivalenter Impfstoff empfohlen. Zudem gibt es weitere Geriatrie-spezifische Ergänzungen der STIKO. Neben der Influenza betrifft dies die Pneumokokken- und Herpes-Zoster-Impfung.

Die DGG-Arbeitsgruppe Impfen hat die relevanten Ergänzungen der STIKO-Impfempfehlung für geriatrische Patienten als PDF-Datei zusammengestellt.

Kalender auf dem Smartphone

(06.01.2018) Das neue Jahr will bereits jetzt gut geplant sein. Denn es wird eine Vielzahl interessanter Kongresse im deutschsprachigen Raum stattfinden: Auf die ÖGGG im März folgt Mitte April wie immer die DGIM – 2018 mit geriatrischen Schwerpunkt, da Professor Cornel Sieber als Geriater den Vorsitz hat. Nach der Sommerpause folgt dann Anfang September der DGG-DGGG Jahreskongress in Köln, um noch ein wenig Abstand zum Mitte Oktober stattfindenden EUGMS-Kongress in Berlin zu wahren.

DGG-Präsident Prof. Dr. med. Jürgen M. Bauer

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

das Kalenderjahr neigt sich dem Ende zu und es ist daher ein guter Zeitpunkt, um auf die vergangenen zwölf Monate zurückzublicken.

2017 war für die Geriatrie kein einfaches, und sicherlich auch kein in jeder Hinsicht erfolgreiches Jahr. Unseren Bestrebungen, einen Facharzt für Geriatrie und Innere beziehungsweise für Geriatrie und Neurologie im Rahmen der Novellierung der Musterweiterbildungsordnung zu schaffen, wurde eine deutliche Absage erteilt. Unser Vorhaben ist dabei nicht nur am Widerstand der Allgemeinärzte gescheitert. Auch unter den Vertretern zahlreicher weiterer Fachdisziplinen gab es große Vorbehalte. Aus diesem Grund können wir dieses Ziel zunächst nicht wie gehofft realisieren. Wir werden dennoch an ihm festhalten. Allerdings ist es nun erneut offen und von uns zu diskutieren, wie der zukünftige Facharzt für Geriatrie beschaffen sein wird. Dass er irgendwann kommen wird, daran scheint auch die Bundesärztekammer nicht zu zweifeln.

Alte Dame misst Blutdruck

(15.12.2017) Die im November 2017 veröffentlichten niedrigeren Grenzwerte für den Bluthochdruck gefährden ältere Patienten – zumindest bei unkritischer Anwendung. Nach den neuen Empfehlungen amerikanischer Fachgesellschaften gilt jetzt nur noch ein Blutdruck von weniger als 120/80 mm Hg als normal. Bereits ab einem Blutdruck von 130/80 mm Hg liegt ein Bluthochdruck vor.

Die neuen amerikanischen Empfehlungen stützen sich auf aktuelle Untersuchungen, die in der Tat auch für ältere Patienten den Nutzen einer intensiveren Blutdrucksenkung belegen konnten. Die diesbezüglichen Studien wurden sorgfältig durchgeführt und die jeweiligen Ergebnisse sind nachvollziehbar. Das Problem taucht bei der Übertragung der Studienergebnisse auf den älteren Patienten im Praxisalltag auf. Hier sind im Wesentlichen zwei Aspekte zu nennen:

Älterer Mann fährt im Dunkeln Auto

(29.11.2017) Eingebrannt hat sich das Bild vom älteren Unfallverursacher schnell. Forderungen, wonach das Autofahren ab einem bestimmten Alter nur noch mit einem Leistungszertifikat oder verpflichtenden Gesundheitschecks erlaubt sein soll, erteilt die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) eine Absage. „Dieses pauschale Vorgehen ist aus medizinischer Sicht grundsätzlich abzulehnen“, sagt Professor Jürgen M. Bauer, DGG-Präsident und Lehrstuhlinhaber an der Universität Heidelberg sowie Ärztlicher Direktor des Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg. Auch Zahlen des ADAC belegen: Menschen ab dem 65. Lebensjahr sind vielmehr gefährdet, als dass von ihnen eine Gefahr ausgeht. 30 Prozent der Verkehrstoten in Deutschland sind 65 Jahre alt und älter. Fast jeder zweite getötete Radfahrer oder Fußgänger fällt in die gleiche Altersklasse. „Was wirklich hilft, sind regelmäßige, freiwillige Gesundheitschecks aus einer geriatrischen Perspektive, bei denen auch Mehrfacherkrankungen, die Medikamentenversorgung und altersbedingte Einschränkungen gezielt untersucht werden“, so Bauer.