Dr. Christoph Ploenes

(01.12.2020) Venöse Thromboembolien gelten als dritthäufigste kardiovaskuläre Erkrankung. Mit dem Alter steigt die Prävalenz um den Faktor Zehn an. Nach einer venösen Thromboembolie werden gerinnungshemmende Medikamente gegeben, um Rezidive zu verhindern. Therapiedauer und -dosis dieser Medikamente sind aber bei geriatrischen Patienten aufgrund eines gesteigerten Blutungsrisikos in besonderem Maß im Auge zu behalten, mahnt Dr. Christoph Ploenes, Leiter der Arbeitsgruppe „Gefäßerkrankungen/Angiologie“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG). „Wir sehen in unserem klinischen Alltag häufig Patienten, die seit Jahren eine Antikoagulation ohne stichhaltigen Grund erhalten“, schildert der Angiologe die Beobachtungen der Arbeitsgruppen-Mitglieder. Stattdessen rät er zu einer sorgfältigeren Abwägung, in welchen Fällen eine Verlängerung der Behandlung mit Antikoagulanzien bei geriatrischen Patienten angebracht ist. Im Interview erklärt er, welche Faktoren dafür berücksichtigt werden müssen.

Kalender

(01.12.20) Auch wenn durch die anhaltende Corona-Pandemie Planungen aller Art gerade nicht einfach sind, lohnt der Blick in den Kalender. Denn 2021 ist ein Jahr voll spannender Kongresse in Deutschland und international. Sowohl digitale Formate als auch klassische Veranstaltungen vor Ort sind vertreten. In welchem Format die einzelnen Veranstaltungen letztendlich stattfinden können, wird oftmals nur kurzfristig entschieden werden können. Der Januar startet direkt mit der 8. Jahrestagung des Wissenschaftsforums Geriatrie, im Frühjahr treffen sich die Kollegen in Wien und Wiesbaden. Nach der Sommerpause folgt dann Anfang September wie immer der DGG-Jahreskongress, diesmal wieder in Frankfurt am Main. Im Oktober soll der EuGMS-Kongress dann in Athen stattfinden.

Nun heißt es: Save the Dates!

Prof. Dr. Dorothee Volkert, Prof. Dr. Rainer Wirth

(17.11.2020) Ernährung beeinflusst die Gesundheit und Prognose älterer Menschen. Fehl- und Mangelernährung können das Fortschreiten alterstypischer Krankheiten und Syndrome wie Sarkopenie und Sturzrisiko begünstigen. Die aktuelle Leitlinie „Klinische Ernährung und Flüssigkeitszufuhr in der Geriatrie“ der europäischen Fachgesellschaft für Klinische Ernährung und Stoffwechselkunde ESPEN gibt evidenzbasierte Empfehlungen, um Fehl- und Mangelernährung bei älteren Menschen zu verhindern und zu behandeln. „Die Leitlinie zeigt, dass hinter vielen Maßnahmen der Ernährungsmedizin klare wissenschaftliche Evidenz steht“, fasst Professorin Dorothee Volkert (Foto links) zusammen. Die Leiterin der Arbeitsgruppe „Ernährung und Stoffwechsel“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) ist Hauptautorin der Leitlinie. Im Doppelinterview erläutert sie zusammen mit Professor Rainer Wirth (Foto rechts), dem 2. Vorsitzenden der AG, welche Bedeutung die Leitlinie für die Arbeit in der Geriatrie hat.

Prof. Dr. Dr. Gerald Kolb, Quelle: Bonifatius Hospital Lingen

(03.11.2020) Die Therapie von Krebserkrankungen bei älteren Patienten kann wesentlich verbessert werden, wenn Geriater an der Behandlung beteiligt sind. „In einem Drittel aller bekannten Untersuchungen sprechen medizinische Experten in den sogenannten Tumorboards andere Empfehlungen aus, wenn zuvor die Ergebnisse eines geriatrischen Assessments mit einbezogen wurden“, sagt Professor Gerald Kolb (Foto). Er leitet die Arbeitsgruppe „Geriatrische Onkologie“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) zusammen mit dem DGHO-Vorsitzenden Professor Carsten Bokemeyer. Kolb ist zudem Chefarzt der Geriatrie am Bonifatius-Hospital Lingen. Das geriatrische Assessment hat sich als Instrument in der Praxis bewährt – es erfasst psychosoziale und funktionelle Fähigkeiten sowie Defizite von älteren Patienten. Im Interview spricht der Mediziner darüber, warum das Instrument nun auch in der Tumortherapie angewendet werden sollte, wie es zu abweichenden Therapieempfehlungen kommt und warum es einen großen Bedarf an onkologischer Forschung mit älteren Patienten gibt.

Dr. Stefan Grund, Prof. Dr. Katrin Singler, Prof. Dr. Dr. Maria Cristina Polidori

(03.11.2020) Die Geriatrie ist ein Wachstumsfach und auch immer stärker mit Lehrangeboten an den Universitäten vertreten. Zu aktuell 13 Lehrstühlen in Deutschland kommen noch einige universitär-assoziierte Einrichtungen. „Es ist also an der Zeit, die studentische Ausbildung gezielt zu fördern und die Lehre auf einem hohen Niveau zu vereinheitlichen“, sagt Dr. Stefan Grund (Foto links), Oberarzt am Agaplesion-Bethanien-Krankenhaus Heidelberg. Dafür hat er die neue Arbeitsgruppe „Studentische Lehre“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) initiiert. Hier sollen jetzt passende Ziele definiert und Lösungen erarbeitet werden.

(20.10.2020) Neue Erkenntnisse rund um die Altersmedizin wurden bei der geriatrisch-gerontologischen Online-Konferenz Anfang September präsentiert. Eine Auswahl von Vorträgen der dreitägigen Veranstaltung ist ab sofort kostenfrei online abrufbar. „Uns ist es wichtig, dass sich jeder die Beiträge noch einmal in Ruhe anschauen kann“, sagt DGG-Kongresspräsident Professor Rainer Wirth. Das Gratis-Angebot gilt exklusiv für Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG). Videos und Präsentationen sind im internen Bereich der DGG-Website zu finden. Wer noch kein Mitglied der DGG ist, kann dies problemlos ändern: Einfach den digitalen Mitgliedsantrag ausfüllen und anschließend die Konferenzvorträge und weitere Vorteile nutzen.

Die folgenden Konferenzvorträge stehen DGG-Mitgliedern bis Jahresende online zur Verfügung: