Privatdozent Dr. Matthias Schuler

(16.05.2018) Das ist auffällig: Ungefähr sechs von zehn Bewohnern einer Altenpflegeeinrichtung leiden unter Schmerzen. „Ältere Menschen äußern ihren Schmerz aber viel seltener als jüngere, weil sie häufig glauben, dass er zum Alter dazugehört“, sagt Privatdozent Dr. Matthias Schuler, Mitglied des gemeinsamen Arbeitskreises „Schmerz und Alter“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Schmerzgesellschaft sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Palliativmedizin am Diakonissenkrankenhaus Mannheim. Damit Pflegekräfte und Ärzte Schmerzen bei Heimbewohnern besser erkennen, einschätzen und schließlich auch behandeln können, hat eine interdisziplinäre Expertengruppe eine S3-Leitlinie zum Thema „Schmerz-Assessment bei älteren Menschen in der vollstationären Altenhilfe“ entwickelt. Im Interview spricht Schuler mit uns über die wesentlichen Inhalte der Leitlinie sowie über die Herausforderungen von Pflegekräften und Ärzten.

Professor Roland Hardt

(09.05.2018) Die Herzinsuffizienz ist ein Krankheitsbild, dessen Prävalenz mit steigendem Alter sehr stark zunimmt. Im Gegensatz zu jüngeren leiden ältere Patienten jedoch häufig unter weiteren Erkrankungen – dies gilt es insbesondere bei der medikamentösen Behandlung zu berücksichtigen. In der überarbeiteten Nationalen Versorgungsleitlinie Herzinsuffizienz werden neuste wissenschaftliche Erkenntnisse dazu berücksichtigt und Geriatern wertvolle Informationen zum Versorgungsalltag an die Hand gegeben. Aufgrund einiger neuer medizinischer Erkenntnisse war eine Überarbeitung der ursprünglichen Fassung aus 2009 dringend notwendig geworden. Über die Neuerungen der Leitlinie haben wir mit Professor Roland Hardt gesprochen. Er ist Leiter der Arbeitsgruppe Kardiologie der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und Leiter der Abteilung Geriatrie im Zentrum für Allgemeinmedizin und Geriatrie der Universitätsmedizin in Mainz. Hardt hat die Interessen der Geriater bei der Leitlinienüberarbeitung eingebracht.

DGIM-Kongress 2018

(02.05.2018) Insgesamt 8.100 Teilnehmer kamen im April zum Internistenkongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) nach Mannheim. Zu den Hauptthemen machte der DGIM-Vorsitzende Professor Cornel C. Sieber die Altersmedizin, aber auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachberufen, die Pflege, Bewegung und Infektiologie. In mehr als 1.300 Vorträgen, 280 Symposien und vielen weiteren Fortbildungsformaten referieren rund 1.600 Experten. Mit dem Kongress endet der Vorsitz des DGIM-Präsidenten Sieber, sein Nachfolger ist Professor Claus Vogelmeier, Direktor der Klinik für Innere Medizin – Schwerpunkt Pneumologie – an der Universitätsmedizin Marburg.

Cornel Sieber und Katrin Singler

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Jahrestagung der deutschen Gesellschaft für Innere Medizin ist nun vor wenigen Tagen zu Ende gegangen. Unter dem Motto „Innere Medizin – Medizin für den ganzen Menschen“ besuchten insgesamt 8.100 Teilnehmer den Kongress.

Besonders die Menge der jungen, sich in Ausbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzte war in diesem Jahr hoch. Zeigt dies doch, dass Themen wie Multimorbidität, Interdisziplinarität oder Polypharmazie auch in dieser Gruppe von großem Interesse sind. Doch nicht nur die Zahlen, sondern auch die vielen positiven Rückmeldungen, die uns nach dem Kongress erreicht haben, geben uns Anlass zur Freude.

Dr. Gabriele Röhrig-Herzog

(25.04.2018) Neues Positionspapier der Arbeitsgruppe Anämie im Alter der DGG veröffentlicht: „Anämie beim älteren Menschen ist keine normale Alterserscheinung, sondern gehört abgeklärt“, sagt Dr. Gabriele Röhrig (Foto), Leiterin der Arbeitsgruppe Anämie und Oberärztin im Medizinischen Versorgungszentrum Medicum Köln Ost, wo sie gerade das Zentrum für spezialisierte geriatrische Diagnostik (ZGD) aufbaut. Zusammen mit drei weiteren Wissenschaftlern aus Köln, Hamburg und Mannheim hat sie nun die Belege dafür zusammengetragen, dass bei älteren Patienten dieselben Grenzwerte für Blutanalysen gelten wie bei jüngeren Patienten. In den vergangenen Jahrzehnten gab es nur wenige Datenanalysen von peripheren Blutwerten bei älteren Menschen. Es wurde daher lange Zeit darüber diskutiert, ob bei dieser Patientengruppe andere Grenzwerte für die Diagnose einer Anämie herangezogen werden müssten und die Anämie-Prävalenz im höheren Lebensalter nur aufgrund „falscher“ Grenzwerte vermeintlich hoch erschiene.

Hier finden Sie das neue Positionspapier mit den aktuellen Forschungsergebnissen.

Kongresspräsident Professor Cornel Sieber

(11.04.2018) In wenigen Tagen geht es los und die Teilnahme für Geriater lohnt sich besonders: Am 14. April 2018 startet die 124. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) im Mannheimer Congress Center Rosengarten. Vier Tage lang werden rund 8.000 Internisten unter dem Leitthema „Innere Medizin – Medizin für den ganzen Menschen“ intensiv über ihr Fachgebiet diskutieren und sich miteinander austauschen. Besonders attraktiv ist die bedeutende Veranstaltung in diesem Jahr für Geriater: Dafür sorgt Kongresspräsident Professor Cornel Sieber (Foto), Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie am Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg sowie Direktor des Instituts für Biomedizin des Alterns der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), der zudem als erster Geriater überhaupt den Vorsitz der DGIM innehat. Wir sprachen mit dem engagierten Altersmediziner über die Situation und Entwicklung seines Fachgebietes in Deutschland, den geriatrischen Schwerpunkt beim Kongress und warum es lohnt, sich dort – auch noch kurzfristig – anzumelden.