Rupert Püllen

(29.09.2017) Intensive Diskussionen: Auf dem gerade stattfindenden Geriatrie-Kongress in Frankfurt am Main setzten sich die Teilnehmer mit der Bedeutung medizinischer Leitlinien in der Altersmedizin auseinander. Diese Leitlinien sind Hilfe und immer öfter juristische Absicherung für jeden Arzt, der eine Entscheidung treffen muss. In den vergangenen Jahren hat die Leitlinienarbeit von Geriatern stark zugenommen. „Das ist enorm wichtig, damit die Empfehlungen die Realität der älteren Patienten abbilden. Deshalb haben wir jetzt erneut unsere Leitlinienübersicht online aktualisiert und ausgeweitet“, sagt Privatdozent Dr. med. Rupert Püllen (Foto), Chefarzt der Medizinisch-Geriatrischen Klinik am Agaplesion Markus-Krankenhaus in Frankfurt am Main und Past-President der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG). Als Vorstandsmitglied ist er damit beauftragt, aktuelle Entwicklungen stets im Auge zu behalten. Relevante Leitlinien mit geriatrischen Schwerpunkten werden auf der DGG-Webseite regelmäßig aktualisiert. Im Interview spricht Püllen über seine Motivation an dieser ehrenamtlichen Arbeit, über Leitlinien mit besonderer Bedeutung für Geriater und über medizinisch-juristische Maßstäbe bei der Behandlung.

Anja Kwetkat

(27.09.2017) Aktuelle Impfempfehlungen für alte Patienten stehen in der Kritik: Die Arbeitsgruppe Impfen der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sieht die neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Zoster-Impfung skeptisch. „Es wird keine allgemeine Anwendung des Herpes-Zoster-Lebendimpfstoffs als Standardimpfung zur Verhütung von Herpes Zoster, seinen Komplikationen und Spätfolgen beim Erwachsenen empfohlen“, sagt Dr. Anja Kwetkat (Foto), Sprecherin der DGG-Arbeitsgruppe und Chefärztin der Klinik für Geriatrie am Universitätsklinikum Jena. Wesentlicher Grund für die Nichtempfehlung der STIKO sei, dass die Wirksamkeit der Impfung mit zunehmendem Alter abnehme. Dabei haben aber gerade die hochaltrigen Patienten ein deutlich erhöhtes Risiko, an Herpes Zoster zu erkranken. Auch die Schwere der Gürtelrose-Erkrankung nimmt mit dem Alter deutlich zu. „Wir halten eine Impfung mit dem attenuierten Lebendimpfstoff entsprechend der Zulassung auch für alte Menschen für sinnvoll“, so Kwetkat. Die komplette Stellungnahme der DGG samt Erläuterung lesen Sie hier im Wortlaut:

Andreas Leischker

(21.09.2017) Jetzt beginnt wieder die Grippezeit. Gerade ältere Patienten sind durch Influenzaviren besonders gefährdet. Bei ihnen sind 80 Prozent der Erkrankungen auf Viren oder Bakterien zurückzuführen. Deswegen raten Experten jetzt im September zur gezielten Grippeschutzimpfung. „Für ältere Menschen eignen sich insbesondere die sogenannten tetravalenten Impfstoffe, die jeweils zwei Antigene gegen beide Influenzatypen A und B haben“, sagt Dr. Andreas Leischker (Foto), Impfexperte der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie des Alexianer-Krankenhauses Krefeld. Im Interview beantwortet Leischker die wichtigsten Fragen zu Influenzaviren, aktuellen Übertragungsrisiken und den optimalen Grippeschutz.

Dr. Rudolf Siegert

(06.09.2017) Gute Nachrichten für viele ältere Patienten, die zuhause oder im Heim versorgt werden. Geriatrische Reha-Einrichtungen können ab sofort ein vereinfachtes Zulassungsverfahren für die mobile Rehabilitation durchlaufen. Das bedeutet: Überall in Deutschland können nun unter erleichterten Bedingungen neue Angebote für die mobile Reha entstehen. Bislang gibt es nur rund 20 Standorte in Deutschland, einer davon ist die Mobile Reha Bremen, die rund 170 Fälle im Jahr betreut. „Mit dieser Neuregelung können wir das geriatrische Reha-Angebot deutlich ausbauen“, sagt Dr. Rudolf Siegert (Foto), medizinischer Geschäftsführer der Mobilen Reha Bremen sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie, Physikalische Medizin und Rehabilitation am Klinikum Bremen Ost. Er bietet mit Kollegen jetzt ein Gründerseminar für die mobile Reha an. Im Interview spricht Siegert über die neuen Chancen, die sich Patienten, Ärzten und Kliniken jetzt bieten.

Glücklich im Alter

(16.08.2017) Neue Behandlungsmöglichkeiten für alte Herausforderungen: „Die Lebenserwartung steigt weiter, doch die degenerativen Krankheiten sind die gleichen wie im vergangenen Jahrhundert“, sagt Professor Andreas Simm, Forschungsleiter der Universitätsklinik und Poliklinik für Herzchirurgie des Universitätsklinikums Halle (Saale). Gemeinsam mit internationalen Forschern will er neue Lösungsansätze für das Altern als Risikofaktor erarbeiten, um so unter anderem chronischen Erkrankungen vorzubeugen. Dafür lädt Simm jetzt alle Interessierten zur achten internationalen Tagung „Modulating Ageing / Anti-Ageing: from Molecular Biology to Clinical Perspectives“ nach Halle (Saale) ein, die vom 1. bis 3. September an der Martin-Luther-Universität stattfindet.  Auf dem Programm stehen zahlreiche Vorträge und Diskussionen rund um die Themen Proteinschädigung und Aggregation, kardiovaskuläres Altern, Stammzellen und Regeneration sowie Anti-Aging-Therapien. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

London

(09.08.2017) Wir blicken nach England: Vom 22. bis 24. November lädt die British Geriatric Society (BGS) zum Herbstmeeting nach London ein. Das ist für deutsche Geriater besonders interessant, weil es neben der Vorstellung neuer Forschungsergebnisse und intensiven Kleingruppen-Workshops vor allem auch um das internationale Netzwerken geht. Die dreitägige Veranstaltung findet im Exhibition Center am City Airport statt.