Privatdozentin Dr. Gabriele Röhrig-Herzog

(11.02.2020) Jeder zweite Mensch über 70 Jahren, der wegen akuter Beschwerden in ein Krankenhaus aufgenommen wird, leidet unter einer Anämie. Unter ambulanten geriatrischen Patienten liegt die Häufigkeit einer Blutarmut je nach Studie bei mindestens 20 Prozent. Ist dieses im hohen Lebensalter oft auftretende Problem nur ein Symptom der häufig multimorbiden Patienten – oder kann die Anämie als eigenständiges geriatrisches Syndrom aufgefasst werden? Zu dieser Frage hat die Arbeitsgruppe „Anämie im Alter“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) ein wissenschaftliches Positionspapier veröffentlicht. Im Interview berichtet die Leiterin der Arbeitsgruppe, Privatdozentin Dr. Gabriele Röhrig-Herzog (Foto), über den aktuellen Stand der Diskussion ein Jahr nach der Erstveröffentlichung des Papiers und erläutert, wo nach wie vor dringender Forschungsbedarf besteht.

Prof. Dr. Andreas Wiedemann

(29.01.2020) 27 statt 150 Seiten: Noch anwendungsfreundlicher ist die kürzlich fertiggestellte Leitlinie „Harninkontinenz bei geriatrischen Patienten, Diagnostik und Therapie“ im Taschenformat. Inhaltlich komprimiert soll sie Ärztinnen und Ärzten schneller und übersichtlicher Empfehlungen an die Hand geben, wie sie das Thema Harninkontinenz bei geriatrischen Menschen behandeln.
Die Basis dafür, die Leitlinie als Langversion, hat die interdisziplinäre DGG-Arbeitsgruppe Inkontinenz unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Wiedemann (Foto), Chefarzt der Urologischen Klinik am Evangelischen Krankenhaus Witten und Inhaber der Professur für geriatrische Urologie am Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke, erarbeitet. Die erste Leitlinie wurde im Jahr 2005 veröffentlicht, seitdem wird sie alle fünf Jahre kontinuierlich aktualisiert. Im September 2019 gab es das letzte Update der Langversion – die Basis für die nun herausgegebene Pocket-Leitlinie.

Professor Hans Jürgen Heppner, Quelle HELIOS Klinikum

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Mitglieder,

die besten Wünsche für das neue Jahr möchte ich Ihnen im ersten DGG-Newsletter in 2020 mit auf den Weg geben. Ich hoffe, Sie haben die Festtage gut verbracht und die Zeit zwischen den Feiertagen nicht nur genutzt, um Liegengebliebenes abzuarbeiten…
Im Jahr 2020 werden uns Geriater wichtige Entscheidungen und deren konkreten Ausgestaltungen beschäftigen. So hat zum Beispiel der Gemeinsame Bundesausschuss im November 2019 Vorgaben für die schnellere Versorgung von geriatrischen Patienten mit hüftnaher Fraktur beschlossen und dafür interdisziplinäre Zusammenarbeit vorgeschrieben – ein beachtlicher Erfolg! Bleibt jetzt zu hoffen, dass die Ausführungsbestimmungen entsprechend mit geriatrischen Inhalten für eine flächendeckende Umsetzung gefüllt werden.

Auch der Medizinische Dienst, seit 1. Januar 2020 eine Behörde, hat einen ganzen neuen Aufgabenkatalog zusammengestellt und wird uns wahrscheinlich im laufenden Jahr mit vielen Strukturprüfungen beschäftigen. Dadurch wird auch nach außen sichtbar, wie viel gute Geriatrie bereits in den Kliniken geleistet wird. Dennoch bleibt abzuwarten, und ob uns unvorhergesehene Anforderungen nicht erneut aus der Bahn werfen können.

Dr. Martin Jäger (links) und Prof. Ulrich Thiem (rechts)

(27.12.2019) Zwei Teelöffel Wasser und ein Wasserglas – mehr braucht es nicht, um bei hochbetagten Menschen ein erhöhtes Risiko für Schluckstörungen zu erkennen. Diese Erkenntnis hat die DGG-Arbeitsgemeinschaft Dysphagie just veröffentlicht und ihr Dysphagie Screening Tool Geriatrie (DSTG) vorgestellt. „Wir haben mit einem einseitigen Durchführungsbogen einen sehr praktikablen Schluckstörungstest, gut einsetzbar für geschultes Personal wie z. B. Arzthelferinnen, Pflegekräfte oder Ärzte, entwickelt“, erklärt Dr. Martin Jäger (Bild links), Leiter der AG Dysphagie und ärztlicher Direktor Geriatrie am Hüttenhospital Dortmund. Sein Ziel ist es, Schluckstörungen bei sehr alten Menschen in Kliniken, Arztpraxen sowie ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen deutlich schneller und häufiger zu erkennen und durch weitere Tests dann zu verifizieren. Denn Früherkennung in der Grundversorgung kann Komplikationen verhindern! „Die Gefahr für diese Patienten sich zu verschlucken, in der Folge zu ersticken oder auch eine Lungenentzündung zu entwickeln, Zeichen von Muskelschwund oder Mangelernährung aufzuweisen, ist sehr hoch“, warnt Jäger. „Ich möchte deshalb alle Kollegen aufrufen: Nutzt ab sofort das DSTG bei euren geriatrischen Patienten. Es kann Leben retten!“

Professor Hans Jürgen Heppner

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Mitglieder,

2019 ist fast vorbei und die gewonnene Stunde nach der Umstellung auf die Winterzeit ist längst aufgebraucht. Aber lassen Sie mich kurz auf das vergangene Jahr zurückschauen. Es war ein arbeitsreiches Jahr, aber auch ein schönes mit vielen erfolgreichen Momenten:
So gab es beispielsweise – dank unseres Gesundheitsministers, der „viel wegschafft“ – einige Vorschläge und Neuerungen aus Berlin, die in Referentenentwürfen und Gesetzesvorlagen mündeten. Wie Sie sich sicherlich erinnern, bedurfte es da einiger Stellungnahmen und viel Abstimmungsarbeit. Allein für die Personaluntergrenzen-Verordnung und den MDK-Referentenentwurf musste viel telefoniert und geschrieben werden. Aber der Austausch mit den Vorständen der DGGG und dem BV-Geriatrie funktionierte sehr gut, und so konnten wir uns immer zeitgerecht gemeinsam positionieren.

Gezeichnete Glühbirne

(11.12.2019) Wann und wo bieten die Landesärztekammern in 2020 die curriculare Fortbildung „Geriatrische Grundversorgung“ als 60-Stunden-Kursus an? Das haben wir für Sie in Erfahrung gebracht und die Fortbildungsübersicht auf der DGG-Website aktualisiert. Die Bundesärztekammer hat bereits 2012 gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) die strukturierte curriculare Fortbildung „Geriatrische Grundversorgung“ erarbeitet, die sich an alle niedergelassenen Ärzte richtet. Das Curriculum wird von den Landesärztekammern umgesetzt und im Rahmen ihrer Fortbildungen angeboten. Wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit allen 17 Hauptkammern und vier Unterbezirkskammern. Eine Übersicht der aktuellen Termine sowie weitere Veranstaltungen mit geriatrischem Schwerpunkt finden Sie im Fortbildungs- und Kongresskalender der DGG.

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